Abfluss verstopft: Hausmittel und wann der Profi kommen muss
Langsam ablaufendes Wasser in Lavabo, Dusche oder Küche ist meist harmlos und selbst zu lösen. Ab einem bestimmten Punkt hilft nur noch die Rohrreinigung. So erkennen Sie den Unterschied.
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Woran Sie erkennen, wo die Verstopfung sitzt
Bevor Sie irgendetwas einfüllen, lohnt sich ein Blick auf das Muster. Nur ein Abfluss läuft langsam? Dann sitzt das Problem im Siphon oder im ersten Meter dahinter, typisch für Haare in der Dusche oder Fett in der Küche. Mehrere Abflüsse im selben Bad oder auf demselben Stockwerk sind betroffen, es gluckert im WC, wenn das Lavabo abläuft? Dann liegt die Verstopfung in der gemeinsamen Anschluss- oder Fallleitung. Wasser kommt im Keller aus dem Bodenablauf, wenn oben gespült wird? Das ist die Grundleitung, und das ist ein Fall für die Rohrreinigung, nicht für Hausmittel.
Hausmittel, die wirklich helfen
Sieb und Hand
In der Dusche steckt das Problem meistens direkt unter dem Abdeckgitter: ein Knäuel aus Haaren und Seife. Gitter abheben, Knäuel mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen, fertig. Beim Lavabo lässt sich der Stöpsel oft nach oben herausnehmen; an seinem Schaft hängt in der Regel dasselbe Knäuel.
Heisses Wasser und Spülmittel
Fett in der Küchenleitung wird bei Wärme wieder flüssig. Ein Liter sehr heisses, aber nicht kochendes Wasser mit einem Schuss Spülmittel löst leichte Ablagerungen. Kochendes Wasser kann Kunststoffsiphons und Dichtungen verformen, deshalb nicht direkt aus dem Wasserkocher.
Saugglocke
Das wirksamste Hausmittel. Abfluss mit etwas Wasser bedecken, Überlauföffnung mit einem nassen Lappen zuhalten, Saugglocke aufsetzen und kräftig pumpen. Der Druckwechsel löst Pfropfen, die im Siphon oder kurz dahinter sitzen. Bei WC-Verstopfungen braucht es eine Saugglocke mit Stutzen, die in den Abgang passt.
Siphon ausbauen
Unter Lavabo und Küchenspüle lässt sich der Siphon von Hand abschrauben. Eimer darunter, Überwurfmuttern lösen, Siphon ausleeren und ausspülen, wieder montieren und auf Dichtheit prüfen. Zehn Minuten Arbeit, und Sie sehen genau, was drin war.
Natron und Essig
Drei Esslöffel Natron in den Abfluss, eine Tasse Essig hinterher, zehn Minuten sprudeln lassen, mit heissem Wasser nachspülen. Lockert Seifen- und Fettreste im Siphon, mehr nicht. Schadet aber auch nicht.
Was Sie lassen sollten
Chemische Abflussreiniger
Die Laugen und Säuren aus dem Supermarkt greifen Dichtungen, Gummimanschetten und ältere Leitungen an, lösen hartnäckige Verstopfungen selten und bleiben bei Misserfolg als ätzende Brühe im Rohr stehen. Kommt danach der Fachbetrieb mit der Spirale, spritzt die Flüssigkeit zurück. Wenn Sie doch etwas eingefüllt haben: sagen Sie es dem Betrieb, bevor er anfängt.
Ebenfalls keine gute Idee: Kleiderbügel oder Draht in den Abfluss schieben. Sie zerkratzen Keramik, durchstossen Dichtungen und verkeilen sich in Bögen. Und Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt an den Hausabfluss anschliessen: Der Druck sprengt alte Muffen.
Wann der Profi kommen muss
- Mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen oder Gluckern im WC.
- Rückstau aus dem Bodenablauf im Keller oder aus der Dusche im Erdgeschoss.
- Die Verstopfung kommt innert Wochen am selben Ort wieder.
- Fäkalgeruch aus dem Abfluss oder aus dem Keller.
- Das WC läuft nach der Saugglocke immer noch nicht ab.
- Nach Starkregen steht Wasser im Lichtschacht oder in der Garage.
In diesen Fällen sitzt das Problem in Fall- oder Grundleitung, oft mit Ursache: Wurzeln, die durch eine undichte Muffe wachsen, Ablagerungen in alten Steinzeugrohren, ein Rohrbruch oder ein Gegengefälle. Der Rohrreinigungs-Fachbetrieb arbeitet mit Spirale, Hochdruckspülung und Kamera, findet die Ursache und sagt Ihnen, ob Reinigen reicht oder ob saniert werden muss. Was die Verfahren unterscheidet, lesen Sie auf der Seite Rohrreinigung Winterthur.
Mietwohnung: Wer zahlt?
Kleine Verstopfungen im Siphon oder kurz dahinter gelten in der Regel als kleiner Unterhalt und gehen zulasten der Mieterschaft. Verstopfungen in den Leitungen des Gebäudes trägt normalerweise die Eigentümerschaft, ausser die Ursache liegt klar bei der Mieterschaft, etwa Feuchttücher oder Katzenstreu im WC. Massgebend ist Ihr Mietvertrag; informieren Sie die Verwaltung, bevor Sie einen Betrieb bestellen, wenn es kein Notfall ist.
Vorbeugen
- Siebe in Küche, Dusche und Badewanne, wöchentlich leeren.
- Fett und Öl nicht in den Abfluss, sondern in den Abfall.
- Nur WC-Papier ins WC: keine Feuchttücher, auch wenn «spülbar» draufsteht.
- Kaffeesatz, Reis und Speisereste in den Kompost oder Abfall.
- Alle paar Jahre eine vorsorgliche Spülung der Grundleitung in älteren Häusern.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Beurteilung durch eine Fachperson vor Ort. Bei Gefahr für Personen: Notruf 118 / 144.
Häufige Fragen
Hilft Cola oder Backpulver mit Essig wirklich?
Backpulver oder Natron mit Essig sprudelt eindrucksvoll und lockert leichte Ablagerungen aus Seife und Fett im Siphon. Gegen Haarknäuel oder Verstopfungen weiter hinten in der Leitung richtet die Reaktion nichts aus. Cola ist ein Mythos: Die Säure ist zu schwach, der Zucker bleibt im Rohr.
Wie oft sollte man Abflüsse vorbeugend reinigen?
In der Küche einmal im Monat heisses Wasser mit etwas Spülmittel, im Bad die Siebe wöchentlich leeren und den Siphon zweimal im Jahr ausbauen und reinigen. Grundleitungen in älteren Mehrfamilienhäusern lassen Verwaltungen oft alle zwei bis drei Jahre vorsorglich spülen.
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